Auto-Check vor dem Urlaub: 12 Dinge, die du vor der langen Fahrt prüfen solltest

„Vor der Abfahrt kurz checken und in Ruhe einladen – so startet die Urlaubsfahrt entspannter.“

Die Route steht, die Koffer sind (fast) gepackt – und kurz vor der Abfahrt taucht dann doch noch ein Zweifel auf: eine Warnleuchte, schlierige Wischer oder einfach das Gefühl, dass das Auto die lange Strecke nicht ganz so locker wegsteckt wie sonst. Gerade wenn es Richtung Mecklenburgische Seenplatte – zum Beispiel nach Wesenberg – oder weiter über die A19 Richtung Ostsee geht, lohnt sich ein kurzer Fahrzeug-Check. Viele Pannen entstehen nicht „plötzlich“, sondern kündigen sich an – man muss nur einmal hinschauen.

Das Gute: Für die wichtigsten Punkte brauchst du weder Hebebühne noch Spezialwerkzeug. Oft reichen 10–15 Minuten, um die Basics zu prüfen – und mit einem besseren Gefühl loszufahren.

Was du bereitlegen kannst

  • Ein Tuch oder Küchenpapier (für Peilstab & Hände)
  • Eine Taschenlampe (für Licht-Check und Motorraum)
  • Handschuhe – und wenn vorhanden: ein kleiner Reifendruckprüfer

1) Reifendruck und Profil

Reifen beeinflussen Bremsweg, Fahrstabilität und Verbrauch – besonders bei voller Beladung.

  • Reifendruck bei kalten Reifen prüfen.
  • Bei viel Gepäck den empfohlenen Druck für „voll beladen“ nutzen (Türsäule/Tankdeckel oder Bordbuch).
  • Profil grob ansehen: ungleichmäßig, Risse oder sehr knapp? Lieber vor der Reise klären.

2) Ölstand

  • Ölstand nach Herstellervorgabe messen (je nach Fahrzeug warm oder kalt, ebener Untergrund).
  • Wenn du regelmäßig nachfüllen musst oder frische Ölflecken siehst: vor der Fahrt prüfen lassen.

Tipp: Welche Ölspezifikation genau passt, hängt von der Motorvariante ab. Wenn du dir unsicher bist, hilft oft der Motorcode zur eindeutigen Zuordnung: Motorcode herausfinden.

3) Kühlmittelstand

  • Kühlmittelstand meist bei kaltem Motor prüfen – nie den Deckel bei heißem Motor öffnen.
    Flecken unter dem Auto oder häufiges Nachfüllen vor Abfahrt abklären.

4) Bremsen: auf Warnzeichen achten

Du musst nichts zerlegen – vieles merkst du beim Fahren.

  • Quietschen, Rubbeln oder schwammiges Pedalgefühl.
  • Das Auto zieht beim Bremsen zu einer Seite.
    Bremswarnleuchte leuchtet.
    Wenn etwas davon passt: lieber vor der Reise checken lassen.

5) Lichtanlage und Blinker

Gerade bei Dämmerung und Regen ist funktionierendes Licht Pflicht.

  • Abblend- und Fernlicht, Rück- und Bremslicht.
  • Blinker und Kennzeichenbeleuchtung.
    Am einfachsten zu zweit – einer bedient, einer schaut.

6) Wischerblätter und Scheibenwaschanlage

  • Wischen die Blätter sauber oder schmieren sie?
  • Wischwasser auffüllen (im Sommer gern mit Insektenreiniger).
    Kurzer Tipp: Wenn die Scheibe „schmiert“, hilft oft auch ein schneller Scheibenputz von innen.

7) Batterie (vor allem bei viel Kurzstrecke)

Typische Hinweise:

  • Der Start wirkt „zäh“.
  • Start-Stopp arbeitet unzuverlässig.
  • Sporadische Meldungen im Bordcomputer.
    Im Zweifel lohnt ein kurzer Batterie-Check – besonders, wenn du lange Staus oder viele Stopps erwartest.

8) Weitere Flüssigkeiten: kurzer Überblick

  • Bremsflüssigkeit (zwischen Min/Max).
  • Servolenkung (falls vorhanden) und AdBlue (bei Diesel).
    Wenn etwas auffällig niedrig ist oder du unsicher bist: lieber vor der Fahrt klären.

9) Papiere & Pflichtausstattung

  • Führerschein, Fahrzeugschein (und ggf. Versicherungsnachweis).
  • Warnweste(n), Warndreieck, Verbandkasten.
  • Bei Auslandsfahrten kurz prüfen, ob zusätzliche Pflichten gelten.

10) Ladung sichern und Gewicht verteilen

Ein voll beladenes Auto fährt sich spürbar anders.

  • Schwere Dinge nach unten und nah an die Rückbank.
  • Lose Gegenstände sichern (auch im Fußraum).
  • Dachbox/Träger nur nutzen, wenn nötig (mehr Verbrauch und Seitenwind-Effekt).

11) Routen- und Pausenplanung

  • Etwa alle zwei Stunden eine Pause.
  • Bei sehr langen Fahrten lieber einen Zwischenstopp einplanen.
  • Trinkwasser griffbereit – das reduziert Stress (und unnötige „Not-Stopps“).

12) Kleines Notfallset für unterwegs

  • Wasser, Snacks, Ladekabel/Powerbank.
  • Taschenlampe, Handschuhe, kleines Tuch.
  • Pannenset oder Kompressor (falls vorhanden).

5-Minuten-Quick-Check vor dem Losfahren

Wenn wenig Zeit ist, reichen diese Punkte:

  • Reifendruck (besonders bei Beladung).
  • Ölstand.
  • Wischwasser und Wischer.
  • Licht (kurzer Rundgang ums Auto).
  • Papiere und Pflichtausstattung.

Wenn du die Punkte noch ausführlicher nachlesen möchtest, findest du beim ADAC eine praktische Übersicht zur Urlaubs-Vorbereitung: Auto vor dem Urlaub vorbereiten.

Wenn beim Check etwas auffällt

Nicht jedes Geräusch oder jede Meldung bedeutet gleich ein großes Problem – aber manche Hinweise solltest du vor einer langen Fahrt ernst nehmen. Dazu zählen zum Beispiel wiederkehrende Warnleuchten, deutlicher Ölverbrauch, Kühlmittelverlust, ungewöhnliche Motorgeräusche oder spürbarer Leistungsverlust. In solchen Fällen ist es sinnvoll, das vor der Abfahrt kurz einordnen zu lassen, statt unterwegs im Ferienverkehr improvisieren zu müssen.

Je nach Diagnose reicht oft schon eine kleine Reparatur. Und selbst wenn es ernster ist, heißt das nicht automatisch „Auto aufgeben“: Je nach Schadenbild werden manchmal auch Optionen wie überholte Motoren oder Austauschmotoren diskutiert. Wichtig ist dabei immer: erst Diagnose, dann Entscheidung.